Nationalistische türkische Parolen in Ludwigshafen

Faschismus und Rassismus haben keine Nationalität. In unserer Region leben nicht nur deutsche Nazis, auch türkische Nationalist*innen fallen immer wieder auf.  Wir berichteten bereits mehrfach. So fanden sich im letzten Jahr über 1000 türkische Nationalist*innen und Anhänger*innen der rechtsextremen Bewegung Graue Wölfe zu einer Demo in der Innenstadt Mannheim ein, um dem faschistischen Despoten Erdogan zu huldigen. (Unser Bericht).

Seit einigen Tagen prangt im Bürgerhof Ludwigshafen an der Rückwand des Parkhauses die nationalistische türkische Parole „Yasasin Irkci Türkiye“. Sinngemäß bedeutet dies „Hoch lebe die reinrassige Türkei“. Insbesondere seit der türkische Präsident Erdogan die Türkei zu einer Diktatur umbaut und einen Vernichtungskrieg gegen die dortige kurdische Bevölkerung führt, eskaliert der Konflikt zwischen Türken und Kurden auch in Deutschland. So wurden auch das Fenster und eine Wand des Kurdischen Kulturzentrums in der Maxstraße mit nationalistischen türkischen Parolen beschmiert.

Wir stehen solidarisch auf der Seite des kurdischen Befreiungskampfes und aller linken Bewegungen in der Türkei. Rassismus, Faschismus, Diskriminierung, Ausbeutung und Unterdrückung kennen keine Grenzen.

Faşizme Karşı Omuz Omuza – Schulter an Schulter gegen Faschismus!
Weg mit dem Verbot der PKK!

Proteste gegen das nationalistische Theaterstück „Letzte Festung Türkei“ von Mannheim nach Lampertheim verlegt

+++ Update 15.02.2017 +++

Nachdem der ursprüngliche Veranstaltungsort aufgrund unseres Drucks nicht mehr zur Verfügung steht, fand der Veranstalter „Gözyasi Geceleri Avrupa“ mit dem türkischen Veranstaltungshaus Can Gala kurzfristig eine neue Halle. Wir rufen daher nun nach Lampertheim auf.

„Letzte Festung Türkei“ heißt das umstrittene aus dem Türkischen übersetzte Theaterstück, das türkische Nationalisten am kommenden Sonntag in der Rheingoldhalle in Mannheim-Neckarau aufführen wollen. Veranstalter ist die von dem türkischen SPD-Mitglied Mehmet Ali Sen geführte Betreibergesellschaft SMS GmbH.

Das Theaterstück entstand anlässlich des Putschversuches 2016 in der Türkei und verherrlicht Erdogans Politik einer ethnisch reinen großtürkischen Diktatur. Es transportiert eine deutliche politische Propaganda. Es geht darum, das türkische Volk auf die nationalistische und rassistische Einheit einzuschwören. Indirekt werden auch vermeintliche Verschwörermächte aus dem Ausland kritisiert. Zu angeblichen Verschwörern zählen die kurdische Arbeiterpartei PKK, die Gülen-Bewegung und ausländischen Mächte.

In vielen Städten wurde die Aufführung verboten oder von antifaschistischen Protesten begleitet. Faschistischer Hass, Gewaltverherrlichung und Nationalismus zählen nicht zur künstlerischen Freiheit, auch wenn sie als Theater getarnt sind. Die Überlegenheit der islamisch türkischen Ethnie zieht sich als roter Faden durch das gesamte Theaterstück und zeigt damit die menschenverachtende Ideologie der ultranationalistischen türkischen Gruppen wie beispielsweise der Grauen Wölfe.

Die Rheingoldhalle wurde 2013 von der MVV Mannheim im Rahmen eines Erbbauvertrages an die Betreibergesellschaft und ehemaligen Pächter SMS GmbH übergeben. Geschäftsführer der SMS GmbH ist der türkischstämmige Mehmet Ali Sen. Das SPD-Mitglied sitzt für die SPD im Bezirksbereirat Neckarau, ist ehrenamtlicher Richter beim Verwaltungsgericht in Karlsruhe und im Vorstand verschiedener türkische Vereine wie dem Verband Türkischer Unternehmer. In der Halle finden regelmäßig türkische Veranstaltungen wie die türkische Hochzeitsmesse statt.

Dass ausgerechnet ein SPD-Mitglied die Aufführung verantwortet, der sich nach eigener Aussage für die türkisch-deutsche Integration einsetzt, ist ein Hohn. Wir setzten uns für die Verhinderung der türkischen nationalistischen Propaganda ein. Unterstützt die Proteste. Kommt am Sonntag ab 17 Uhr zur Rheingoldhalle Mannheim.

Türkische Rechtsextremist*innen der Grauen Wölfe in Mannheim

Heute fanden sich über 1000 türkische Nationalist*innen zu einer Demo in der Innenstadt Mannheim ein. Dabei wurde nicht nur in großer Zahl dem türkischen Präsidenten Erdogan gehuldigt, der die Türkei in einen autoritären Staat umwandelt. Immer wieder wurde auch der Wolfsgruß gezeigt, der als Erkennungszeichen der rechtsextremen Bewegung „Graue Wölfe“ gilt. Auch „Allahu akbar“-Rufe waren zu hören. Ein Ausruf, den häufig islamistische Gewalttäter verwenden. In der ersten Reihe lief eine Gruppe junger Männer, die Shirts mit der Parole „Hedef Turan“ trugen. Dieser Ausdruck steht für „Unser Ziel ist Turan“, das Hauptziel der Ülkücü-Bewegung (Graue Wölfe). Diese rechtsextremistische Bewegung will die weltweite Vereinigung der Türken in einem fiktiven Land Turan, das sich vom Balkan bis zur Behringstraße erstreckt. Es sind Züge einer rassistischen Ideologie, wonach möglichst alle Vertreter der türkischen Ethnie in einem einheitlichen Staat Turan zusammengeführt werden sollen.

Die Demo war also keineswegs so harmlos, wie uns türkische Vertreter der Demo weismachen wollten. War der ursprüngliche Anmelder noch die UETD (AKP-nahe Organisation türkischer Demokraten in Europa), sprangen nach deren Absage offenbar auch Privatpersonen der Grauen Wölfe ein. Zumindest ein Vertreter der Anmelder ist nach dessen Facebook-Profil als Sympathisant der Grauen Wölfe erkennbar.

Bedenklich ist, dass sich viele junge türkische Menschen der Demonstration anschlossen und sich zu der rassistischen Organisation bekannten. Aufgrund der unklaren Anmeldung und Informationslage konnten wir keinen erkennbaren Gegenprotest organisieren. So gab es nur vereinzelten Protest am Rande der Demo. Wir sollten als Antifaschist*innen zukünftig die Aktionen der türkischen Nationalist*innen in der Region besser auf dem Schirm haben. Überlassen wir die Bekämpfung des türkischen Faschismus in Deutschland nicht allein den kurdischen Genoss*innen.

Faşizme Karşı Omuz Omuza – Schulter an Schulter gegen Faschismus!

#nobozkurts #mannheim #fuckerdogan