Türkische Rechtsextremist*innen der Grauen Wölfe in Mannheim

Heute fanden sich über 1000 türkische Nationalist*innen zu einer Demo in der Innenstadt Mannheim ein. Dabei wurde nicht nur in großer Zahl dem türkischen Präsidenten Erdogan gehuldigt, der die Türkei in einen autoritären Staat umwandelt. Immer wieder wurde auch der Wolfsgruß gezeigt, der als Erkennungszeichen der rechtsextremen Bewegung „Graue Wölfe“ gilt. Auch „Allahu akbar“-Rufe waren zu hören. Ein Ausruf, den häufig islamistische Gewalttäter verwenden. In der ersten Reihe lief eine Gruppe junger Männer, die Shirts mit der Parole „Hedef Turan“ trugen. Dieser Ausdruck steht für „Unser Ziel ist Turan“, das Hauptziel der Ülkücü-Bewegung (Graue Wölfe). Diese rechtsextremistische Bewegung will die weltweite Vereinigung der Türken in einem fiktiven Land Turan, das sich vom Balkan bis zur Behringstraße erstreckt. Es sind Züge einer rassistischen Ideologie, wonach möglichst alle Vertreter der türkischen Ethnie in einem einheitlichen Staat Turan zusammengeführt werden sollen.

Die Demo war also keineswegs so harmlos, wie uns türkische Vertreter der Demo weismachen wollten. War der ursprüngliche Anmelder noch die UETD (AKP-nahe Organisation türkischer Demokraten in Europa), sprangen nach deren Absage offenbar auch Privatpersonen der Grauen Wölfe ein. Zumindest ein Vertreter der Anmelder ist nach dessen Facebook-Profil als Sympathisant der Grauen Wölfe erkennbar.

Bedenklich ist, dass sich viele junge türkische Menschen der Demonstration anschlossen und sich zu der rassistischen Organisation bekannten. Aufgrund der unklaren Anmeldung und Informationslage konnten wir keinen erkennbaren Gegenprotest organisieren. So gab es nur vereinzelten Protest am Rande der Demo. Wir sollten als Antifaschist*innen zukünftig die Aktionen der türkischen Nationalist*innen in der Region besser auf dem Schirm haben. Überlassen wir die Bekämpfung des türkischen Faschismus in Deutschland nicht allein den kurdischen Genoss*innen.

Faşizme Karşı Omuz Omuza – Schulter an Schulter gegen Faschismus!

#nobozkurts #mannheim #fuckerdogan

AfD-Veranstaltung beim DJK Concordia Ludwigshafen

1Am 13.05.2016 führte der Kreisverband Ludwigshafen der Alternative für Deutschland (AfD) unter ihrem Vorsitzenden Timo Böhme in der Vereinsgaststätte des DJK SG Concordia Ludwigshafen weitgehend unbeachtet eine sogenannte Bürgerveranstaltung durch. Beworben wurde die Veranstaltung unseres Wissens seit dem 28.04.2016 lediglich auf der Facebookseite des Kreisverbandes.

3Der nationalistische und rassistische Ansatz der AfD und ihre Nähe zu neonazistischen Bewegungen muss eigentlich nicht mehr explizit erwähnt werden. Aktuell ist beispielsweise das niederträchtige Gauland-Zitat über den schwarzen Fussballspieler Boateng in allen Medien. Auf der Facebook-Seite des Kreisverbandes wird in hohem Maß Stimmung gegen Menschen geschürt, die bei uns Zuflucht suchen. Das Bundesparteiprogamm der AfD spricht sich klar gegen die Religionsfreiheit von Muslimen aus.

2Es nahmen ca. 20 Personen an der AfD-Veranstaltung teil. Der 2. stellvertretende Vorsitzende des AfD-Kreisverbandes Johannes Thiedig hielt ein Referat. Prominente Vertreter der
AfD waren nicht zugegen. Dies ist wohl auch der Grund, weshalb die Veranstaltung so wenig Beachtung in der Öffentlichkeit fand. Selbst regionale Medien berichteten nicht.

8Der DjK Concordia Ludwigshafen ist Mitglied im DJK-Sportverband. Der Sportverband wird als der katholische Sportverband bezeichnet. Laut eigener Beschreibung ist er „ein christlich wertorientierter Sportverband unter katholischem Dach und nimmt jeden auf, der seine Orientierung mitträgt. Worauf es uns wirklich ankommt sind nicht die Siege. Es sind die Menschen.“ Weiter heißt es „Im DJK-Sportverband kommen Menschen aller Kulturen zusammen.“

Viele Gastwirte in der Region stellen der rechtspopulistischen AfD keine Räume zur Verfügung. Unsere Anfrage an den Vorstand des Vereins hierzu blieb jedoch unbeantwortet. Wir halten nicht nur die Tatsache, dass die AfD ihre rechtspopulistischen Ansichten in den Räumen eines katholischen Sportvereins verbreiten kann, für inakzeptabel. Die Ignoranz des Vorstandes wirft ein schlechtes Licht auf den gesamten Verein. Gerade vor dem Hintergrund, dass die katholische Kirche jüngst beim Katholikentag in Leipzig bewusst keine Vertretung der AfD eingeladen hatte und sich deutlich von der AfD distanziert, hätten wir eine klare Ablehnung der AfD-Veranstaltung von Seiten des Vereins und der Pächter der Vereinsgaststätte erwartet.

Wir werden sowohl die Aktivitäten des AfD-Kreisverbandes als auch eine weitere zur Verfügungstellung von Räumen für die AfD durch den DjK-Ludwigshafen kritisch begleiten.