Jüdisches Mahnmal zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht in Ludwigshafen geschändet

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Am 9. November gedachten wie überall in Deutschland Ludwigshafener Bürger*innen den jüdischen Opfern der Reichspogromnacht. Sie brachten einen Kranz an der Gedenktafel in der Kaiser-Wilhelm-Straße an. Noch in der darauffolgenden Nacht wurden am Gedenkkranz sämtliche Blumen abgerissen und auf den Boden geworfen.

Heute steht auf dem Grundstück der ehemaligen Synagoge das Verlagshaus der Tageszeitung „Die Rheinpfalz“. Die Gedenktafel wurde 1973 am Verlagsgebäude angebracht. Sie erinnert an die Verbrechen der Nazis in der Nacht von 9. auf den 10. November 1938. Die von Hitler gelenkten Gewalttaten an jüdischen Menschen und Einrichtungen im gesamten Reichsgebiet markierten den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zu ihrer systematischen Verfolgung und Vernichtung.

Auch in Ludwigshafen steckten SS-Schergen und Nazis die 1865 geweihte Synagoge in Brand. Dabei brannten die Synagoge und das angrenzende Gemeindehaus völlig aus. Jüdische Wohnungen und Geschäfte wurden überfallen und demoliert. Jüdische Männer wurden umgebracht oder in das Konzentrationslager nach Dachau verschleppt. Jüdische Frauen und Kinder wurden über den Rhein nach Mannheim verbracht mit der Mahnung, nie wieder nach Ludwigshafen zurückzukehren.

Die Schändung des jüdischen Mahnmals 79 Jahre nach den Novemberpogromen ist ein weitere Beleg dafür, dass sich Rassismus und Antisemitismus in unserer Gesellschaft weiter ausbreitet. Die antisemitische Tat geschah zudem mitten in den Ludwigshafener Aktionstagen gegen rechte Gewalt und Rassismus.  Der Rechtsruck in Deutschland und dem gesamten europäischen Raum mit dem Erstarken der rechtsextremen Partei AfD entfaltet auch in Ludwigshafen ihre schlimme Wirkung.

Zeigen wir keine Toleranz der Intoleranz. Stellen wir uns Neonazis und Rassisten entschlossen entgegen, wo immer wir sie antreffen.

Sie können uns die Freiheit nehmen, aber nicht den Willen für eine gerechtere Welt zu kämpfen.

Bereits über vier Monate nimmt der deutsche Staat dem 18-jährigen Fabio aus Italien wegen seinem Protest gegen den G20-Gipfel in Hamburg die Freiheit. Obwohl ihm die Staatsanwaltschaft keine Gewalttat nachweisen kann, soll allein die Teilnahme an einer verbotenen Demo ausreichen, um an Fabio ein Exempel zu statuieren. In diesem politischen Prozess will der Staat allen Menschen, die sich gegen die globale Herrschaft der 20 reichsten Staaten wehren, zeigen, wer die alleinige Macht innehat. Allen Menschen, die sich nicht in die kapitalistische Verwertung einfügen, sollen eingeschüchtert werden.

Wir dokumentieren hier die Erklärung von Fabio vom 07.11.2017 vor dem Amtsgericht Hamburg-Altona. Wir stehen solidarisch an seiner Seite. Uns erfüllt es mit Befriedigung, dass er und viele andere Menschen bereit sind, für eine gerechtere Welt zu kämpfen und sich nicht den staatlichen Repressionen beugen. Das bestärkt unsere Hoffnung und unseren Glauben, dass eine bessere Welt möglich ist. „Sie können uns die Freiheit nehmen, aber nicht den Willen für eine gerechtere Welt zu kämpfen.“ weiterlesen

Ein Genosse ist tot – Am 09.11.1974 starb Holger Meins in den Fängen des Staates

Am 9. November 1974 starb Holger Meins an den Folgen seines Hungerstreiks. Der Staat nahm seinen Tod in Gefangenschaft bewusst in Kauf. Mit seinem Hungerstreik protestierte Holger gegen die unmenschlichen Haftbedingungen, mit denen der Staat alle inhaftierten RAF-Mitglieder folterte.

Paradise Papers, weltweiter Klimawandel, Rohstoffdiebstahl durch Konzerne, Arbeitskräfteausbeutung, Armut und Hunger. Der Kampf gegen den globalen Kapitalismus und die Herrschaft des Geldes ist für uns auch heute noch unausweichlich.

Kein Vergeben. Kein Vergessen.

Aktionstage gegen rechte Gewalt und Rassismus in Ludwigshafen und der Vorderpfalz

Das Netzwerk gegen Rechte Gewalt und Rassismus Ludwigshafen-Vorderpfalz organisiert vom 6. bis 18 November die Aktionstage gegen rechte Gewalt und Rassismus. In den nächsten zwei Wochen finden hierzu verschiedene Veranstaltungen in Ludwigshafen und der Vorderpfalz statt.

Ludwigshafen und der Rhein-Pfalz-Kreis sind Betätigungsfeld und Lebensort vieler Neonazis. Die AfD erhielt hier bei den letzten Landtags- und Bundestagswahlen überdurchschnittlich viele Stimmen. Daher finden wir die Aktionstage in Ludwigshafen und der Vorderpfalz genauso wichtig wie dringend notwendig.

Links sein heißt solidarisch sein – die Rote Hilfe ist ein Teil davon

Links sein, heißt solidarisch sein. Solidarisch mit den unterdrückten und ausgebeuteten Menschen dieser Welt. Solidarisch mit allen von Diskriminierung und Rassismus betroffenen Menschen. Solidarisch mit den von staatlicher Verfolgung und Repression betroffenen Kämpfer’innen und Aktivist’innen für eine gerechtere Welt. Solidarisch mit den unterschiedlichen Aktionsformen.

Auch wir sind fortlaufend staatlichen Repressionen ausgesetzt. So wird einer unserer Genossen Ende November wegen angeblicher versuchter Gefangenenbefreiung und Angriffe auf Polizisten vor dem Amtsgericht in Berlin angeklagt. Und demnächst steht die Berufungsverhandlung gegen einen Genossen wegen angeblicher Körperverletzung bei einer AfD-Veranstaltung vor dem Landgericht Mannheim an. Ob bei Protesten gegen das ausbeuterische kapitalistische System oder bei Aktionen gegen Nazis – es kann jede(n) treffen.

Die Rote Hilfe ist Teil der praktizierten Solidarität. Der wichtigste Zweck der staatlichen Verfolgung ist es, Einzelne herauszugreifen, zu isolieren und durch exemplarische Strafen einzuschüchtern. Die Rote Hilfe stellt dem durch politische, materielle und konkrete Unterstützung das Prinzip der Solidarität entgegen und ermutigt damit weiter zu kämpfen. Für uns als Teil der radikalen Linken ist es völlig klar, dass wir die Rote Hilfe nicht nur als Mitglied unterstützen.

Solidarität ist eine Waffe. Werdet Mitglied der Roten Hilfe.

Link zur Internetpräsenz der Roten Hilfe: https://www.rote-hilfe.de